Beitrag von Eduard Freundlinger

Wenn man sich, so wie ich, für das Weitwandern interessiert und Thair Abud kommt bei einem vorbeispaziert, ist das in…

Gepostet von Eduard Freundlinger am Freitag, 22. November 2019

Wenn man sich, so wie ich, für das Weitwandern interessiert und Thair Abud kommt bei einem vorbeispaziert, ist das in etwa so, als spielte man gerne Gitarre und plötzlich darf man Carlos Santana für eine Nacht als Gast in seinem Heim begrüßen. Ein dementsprechendes Highlight waren meine vergangenen 24 Stunden mit dem Mann, der gerade vom nördlichsten Punkt der Erde, also dem Nordkap, bis zum Kap der guten Hoffnung, dem südlichsten Punkt der Welt wandert, liebe Amigos.

Während seiner zahlreichen Anekdoten am Esstisch, machte mich „Ali“, wie ihn seine Freunde nennen, derart „heiß“ meine Wanderstiefel zu schnüren, dass ich kurzerhand beschloss, ihn für die kommenden drei Jahre zu Fuß bis nach Südafrika zu begleiten. Meine verständnisvolle und über alles geliebte Miss van Hinten hatte zum Glück nichts dagegen einzuwenden.

Am folgenden Morgen packte ich meinen Rucksack, aber es gab ein Problem: Ich konnte meinen Reisepass nirgends finden! Und so blieb mir nichts anderes übrig, als Ali nur für eine Etappe von Almuñécar nach Nerja zu begleiten. Ausgesucht haben wir uns dafür ausgerechnet den regnerischsten Tag seit Beginn der spanischen Wetteraufzeichnungen. Wir waren noch nicht mal aus Almuñécar raus, troff ich bereits wie ein Wasserbüffel in der Autowaschanlage. Hinzu kam, dass Ali wie ein von feindlichen Bodentruppen verfolgter amerikanischer Elitesoldat durch die andalusische Pampa hetzte. Und das trotz seines Rucksacks, bei dem mir alleine schon vom Hingucken die Bandscheiben aus der Reihe tanzten.

Dennoch war es ein fantastischer Tag. Wir hatten eine Menge Spaß und verbesserten quasi in Vorbeigehen in gewichtigen Männergesprächen gleich auch noch die Welt. Noch ist es dafür etwas zu früh, aber ab nächster Woche sollte sich das auch bei euch langsam bemerkbar machen…

Am Ende des Tages blieb mir nichts anderes übrig, als mich von Ali zu verabschieden. Es war ein wahrhaft trauriger Moment für mich, auch weil es sich anfühlte, als würde ich ihn bereits ewig kennen. Zuletzt wurde ich von Yvonne Berlanga-Navarro, einer meiner Lieblingsleserinnen, die Ali auf seinem Weg kurz treffen wollte, nach Hause chauffiert,

Dort angelangt lag mein Reisepass wie durch ein Wunder an seinem üblichen Platz. Scheinbar hat ihn meine clevere und vorausschauende Miss van Hinten über Nacht „verlegt“ … Worüber ich ihr nach einem Blick auf den riesigen afrikanischen Kontinent auf der Landkarte übrigens sehr dankbar bin.

Dir, Amigo Ali, danke ich von Herzen für die wunderbare, wenn auch kurze Zeit an deiner Seite und wünsche dir eine gute Weiterreise. Ich bin schon sehr auf deine nächsten Abenteuer gespannt,

dein Freund Eduard.

PS:
Wer mich noch nicht so gut kennt: Den verlegten Reisepass und meine Ambitionen, Ali zu begleiten, habe ich bloß geträumt

PPS:
Wer Ali besser kennenlernen möchte, der ist von ihm herzlich eingeladen ihn auf seiner weiteren Reise zu folgen. Abonniert einfach sein Profil und begleitet ihn zu Fuß durch Afrika.